29 Jan. Vom Schlosskeller zur Sauna: Kellersanierung mit Dämm- und Entfeuchtungsputz auf Naturkalkbasis
Unter einem 1918 anstelle eines ehemaligen Stallgebäudes erbauten Haus ist die Sanierung zweier durchfeuchteter, muffiger Bruchsteinkeller gelungen. Heute präsentieren sich die alten, einst zum benachbarten Schloss gehörenden Gemäuer als stilvoller Wellnessbereich mit Sauna. Möglich wurde dies durch den Einsatz des Spezialputzes HAGA Biotherm, der eigens für die Sanierung von feuchtem, salzbelastetem Mauerwerk konzipiert wurde.
Sanieren unter erschwerten Bedingungen
Zunächst sah es nicht gut aus für das ambitionierte Projekt. Von allen Seiten wurde dem Bauherrn abgeraten. Zu gross sei das Risko aufgrund des stark durchfeuchteten Bruchsteinmauerwerks. Anfragen an diverse Hersteller von Bausanierungsprodukten blieben ohne Resonanz. Mit einer Ausnahme: Peter Röhrle, Fachberater bei HAGA, nahm sich der kniffligen Aufgabe an. „Als ich die ersten Fotos und Beschreibungen der Gegebenheiten sah, war mir klar: Klassische Abdichtungsverfahren kommen hier an ihre Grenzen“, erinnert sich Röhrle. „Die Kombination aus historischer Bausubstanz, massiver Durchfeuchtung und geplanter Nutzung stellte höchste Anforderungen an das Material. Genau dafür wurde HAGA Biotherm entwickelt.“
Biotherm kann Feuchtigkeit und treibende Salze aufnehmen, zwischenspeichern und kontrolliert an die Raumluft abgeben. „Punktuell auftretende Feuchtigkeit wird über die Wandfläche verteilt“, erklärt Röhrle. „Der Putz saugt sich gleichmässig voll und trocknet auch wieder gleichmässig ab.“
Mineralischer Sanierputz mit Mehrfachwirkung
Insgesamt wurden 90 m² Biotherm in einer Schichtstärke von 80 mm maschinell aufgetragen. Zuvor musste ein mineralischer Grundputz als Haftbrücke angeworfen werden. Der Schlussanstrich wurde mit HAGA Kalkfarbe ausgeführt. Zusätzliches Plus: Die Alkalität des Naturkalks mit dem hohen Wert von bis zu 13 pH wirkt Schimmelbildung von Natur aus entgegen.
Neben seiner entfeuchtenden Wirkung weist der Putz mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,06 W/mK auch exzellente Dämmeigenschaften auf. „Bei altem Bruchsteinmauerwerk reduziert oft schon eine drei Zentimeter starke Putzschicht den Wärmeverlust um bis zu 40 Prozent“, betont Röhrle. Gleichzeitig wird die Wandoberfläche wärmer, was spürbar zur Behaglichkeit beiträgt.


Aufwendige Vorarbeiten am Boden, dafür kein Untergrundausgleich an den Wänden
Um die gewünschte Raumhöhe zu erreichen, mussten vor dem Putzauftrag rund 50 cm Bodenmaterial, teils harter Granit, entfernt werden. Die beiden Keller wurden statisch verbunden, der Aussenbereich mit Schotterkoffer und Drainage ergänzt. Im Innenbereich unterstützte ein Raumentfeuchter den Trocknungsprozess.
Das Ergebnis überzeugt auch optisch: HAGA Biotherm erzeugt glatte, ebene Flächen, ein zusätzlicher Untergrundausgleich ist nicht nötig. Dank der variablen Schichtdicke können mit dem Material Unebenheiten der alten Bruchsteinmauern ausgeglichen werden.
Die rein mineralische Trockenmischung ist eco1-zertifiziert und besteht aus Weisskalk, Weisszement sowie natürlichen Leichtzuschlägen. Mit einer Trockenrohdichte von nur 250 kg/m³ ist der Putz extrem leicht und kann problemlos in Schichtdicken bis zu 20 Zentimetern aufgetragen werden. „Das macht ihn ideal für historische Gebäude, bei denen konventionelle Lösungen oft scheitern,“ so Röhrle.